Nach einigen fruchtlosen Versuchen blogge ich seit November 2011 völlig konzeptfrei über alles, was mich interessiert.
Genauer gesagt, war es der 20. November 2011. Das ist nun ein Jahr her. Ein guter Zeitpunkt also, um eine Bilanz zu ziehen und sich ein paar Gedanken zu der Zukunft zu machen.
Meine Motivation beim erstellen diese Blogs war zunächst der Spaß am Seitenbasteln. Schwieriger war da schon die Frage, was als Content auf fW erscheinen sollte. Nichts ist nerviger, als tote Seiten. Da traf es sich gut, dass ich einige Aufnahmen der SW:TOR Beta machen wollte, um sie als Let’s Show / Let’s Play bei Youtube hochzuladen. Warum nicht gleichzeitig die Filmchen hier ein wenig aufbereiten?
Außerdem wollte ich mich allgemein im bloggen versuchen und hatte allerlei Nerdkram zusammengetragen, der mir interessant erschien: Rollen- und Brettspiele, Bücher, Filme und Computerkrams. Dazu hier und da ein paar Neuigkeiten, Skurrilitäten und Dinge, die ich mitteilenswert fand.
Zahlenporno
Da ist in dem Jahr einiges zusammen gekommen. Zwei weitere Autoren (Jens und Mahsl) schlossen sich der Seite an und versuchten sich in Artikeln und einem Let’s Play. Insgesamt produzierten wir hier 740 Beiträge in 28 Kategorien. Davon 17 Buchrezensionen, 91 Previewartikel (9 zum Thema Bücher, 65 über Games, 17 zu Kinofilmen), 4 Rezensionen zu Brett- und Rollenspielen, 50 mal Ansichten zu Kinofilmen und 11 Kritiken zu Computerspielen. Einen Löwenanteil, nämlich 468 Beiträge, nahmen Let’s Plays ein. Wobei auf dem Youtubekanal 490 einzelne Videos hochgeladen sind, die bis jetzt 26.560 mal abgerufen wurden (klingt viel, ist aber eher sehr mäßig). Zu den Beiträgen und darüber hinaus gab es auch zahlreiche Tweets, 1001 sind es bisher.
Eine Nutzerstatistik zur fW-Seite selbst habe ich nicht erhoben. Es scheint so zu sein, dass sich neben dem privaten Bekanntenkreis auch ab zu jemand fremdes hierher verirrt. Es ist für mich aber sehr schwer zu sagen, wie viele das sind, als gefühlte Zahl (
) würde ich annehmen, dass der Anteil Fremdleser eher zu vernachlässigen ist. Die einzige (erschreckende) Zahl, die ich habe, ist die Anzahl der blockierten Spamkommentare und -pingbacks: 15.638! Dem gegenüber stehen 915 genehmigte Beiträge.
Youtube olé
Genug vom Zahlenporno, wobei der schon wiederspiegelt, worauf sich fW konzentriert hat. Am meisten Spaß hatte ich an den Let’s Plays, sowohl beim spielen, als auch in der Nachbereitung. Nicht jedes Computerspiel, dass ich aufgenommen habe, war immer eine Ausgeburt an Spielspaß, da wurde es dann auch mal nervender (Stichwort: Alan Wake), aber das Mitfilmen führte dazu, dass ich alle Titel durchgespielt habe. Mein Anspruch war es, eine Folge pro Tag zu veröffentlichen. Dementsprechend regelmäßig habe ich gezockt. So kam es nicht vor, dass ich Titel nach längerer Pause zur Seite tat, weil ich vor der Wahl stand, nochmal neu anzufangen, oder mich nur noch halb an die Story zu erinnern. Auch habe ich durch die Let’s Plays einige Spieleperlen ausprobiert. zum Teil auf Empfehlung, zum Teil weil sie sich für Let’s Plays einfach aufdrängten (Portal, Trine, Limbo, etc.).
Einen positiven Nebeneffekt hatte das ganze Videos erstellen ebenfalls. In den letzten Monaten habe ich mich intensiv mit Youtube auseinandergesetzt und dort die vielen Möglichkeiten kennen gelernt. Abseits von irgendwelchen Funvideos bietet die Plattform ein durchaus unterhaltsames Programm, das vor allem dann bereit steht, wenn man es möchte (Entertainment On Demand). Und oft findet man Perlen der Fernsehunterhaltung, die in den Mediatheken der Sender ja nur für sieben Tage angeboten werden dürfen.
Pff… plopp
Bei den Reviews stellte ich schnell fest, dass das nicht meine Welt ist. Egal ob es Bücher, Filme oder Spiele waren, schon bei der Zusammenfassung des Inhalts verlor ich schnell die Geduld und griff auf Wikipedia oder Klappentexte zurück. Bei den Kinofilmen hatte ich zum Schluss nur noch die Trailer gepostet. Den Meinungsblock hatte ich von Anfang an kurz gehalten, merkte aber schnell, wie leicht man in Worthülsen verfällt, bzw. wie schwer es doch ist, präzise Kritik zu formulieren, die nicht nur Bla Bla ist und eine differenzierte Meinung wiederspiegelt. Privat habe ich auch kein Interesse, solche Kritiken zu lesen, stellte ich nach einiger Zeit fest. Erst eine gute Aufbereitung, z.B. wie in der Sendung Druckfrisch, oder in einigen genialen Testvideos zu Computerspielen, machen Reviews für mich erträglich. Vielleicht ist es auch das audiovisuelle, was den Ausschlag gibt – hm?
Die Previews waren für mich selbst ganz hilfreich. Gerade auf die Büchermerkliste habe ich häufig selbst zurück gegriffen, wenn ich meinen nächsten Einkauf plante. Das Erstellen der Texte war aber genauso enervierend wie ich es schon bei den Reviews beschrieben habe.
Zusammenfassend kann ich also sagen, dass der spannendste und auch für mich unterhaltsamste Teil der Seite (neben einigen Diskussionen in den Kommentaren
) die Erstellung von Let’s Plays / Let’s Shows war. Dort hatte ich auch den Ehrgeiz, mit der Zeit immer besser zu werden, vor allem was die technische Qualität der Videos anging. Natürlich habe ich auch versucht, meinen Kommentarstil zu verbessern, ein Massenmagnet scheint der aber nicht geworden zu sein…
Der Rest der Seite, also abseits der Videos, ist wohl ein nettes Experiment gewesen, das aber zu der Einsicht führt, dass – nun ja – Andere es besser können? Es den Aufwand nicht wert ist? Es kaum jemanden interessiert? Es Speicherverschwendung ist? – Hm, klingt jetzt deprimierender als es gemeint ist, aber vermutlich ist alles zu einem Teil wahr.
Zumindest habe ich durch die Soziale Medien Anbindung Twitter für mich entdeckt. Kurze und prägnante Infos oder (wegen der Kürze) gut verschmerzbarer Nonsens ohne große Nachhaltigkeit.
Quo vadis fW?
Wie wird es nun weitergehen? In den letzten Wochen bin ich bemerkbar davon abgerückt, jeden Tag einen Artikel zu verfassen. Das hing vor allem damit zusammen, dass das produzieren qualitativ befriedigender Let’s Plays sehr zeitraubend geworden ist. Neben dem Schneiden und Konvertieren der Aufnahmen kam zuletzt noch das Nachbearbeiten der Tonspur hinzu. Gerade dadurch hatte die technische Qualität der Videos aber eine deutliche Steigerung erfahren, so dass ich nicht darauf verzichten möchte. Doch im Moment finde ich einfach nicht die Zeit für regelmäßige Videoproduktionen. Und hier und da mal ein Filmchen hochzuladen ist sicher nicht das, was ich mir vorstelle. (Interessanter Funfact: Seitdem ich nicht mehr aufnehme, spiele ich auch nicht mehr so regelmäßig und habe trotz Urlaub noch nicht mal Dishonored durchgespielt, obwohl das auf der Agenda ganz oben stand.)
Was den Rest betrifft, so wird er wohl hinten rüber fallen. Soll heißen, Reviews / Previews wird es nicht mehr geben. Ausnahmen davon sind vielleicht ab und zu einige Filmtrailer oder mal ein Funvideo. Aber das ist natürlich eher nutzlos in Zeiten von Youtube…
Das ich hier kein richtiges Ende finde, hängt damit zusammen, dass ich hin und her gerissen bin. Der klarste Schnitt im Moment wäre, die Seite vom Netz zu nehmen, Twitter privat zu nutzen und den YT Channel zu deaktivieren. Andererseits mag es durchaus sein, dass ich von Zeit zu Zeit einen Artikel, ein neues selbstgemachtes Video oder ähnliches für mitteilenswert halte. Aber doof fände ich, wenn die Seite zu einer Karteileiche verkommen würde…
Jetzt bin ich mal gespannt, ob jemand das Gefasel bis hier hin gelesen hat und das durch einen Kommentar (vielleicht sogar mit einem Ratschlag) kundtut. Was würdest Du an meiner Stelle tun?