Therapiehinweis*
Die Laune sie ist bei Anna fragil,
drum nahm sie ein bisschen vom Anafranil.
Am Morgen erwacht sie wie unter Strom,
die Laune ist weiter ein trauriger Ton.
So kauft sich Anna einen festen Strick,
und hängt am Baum mit gebroch’nem Genick.
*) Die Einnahme von z.B. Anafranil (Wirkstoff: Clomipramin), einem trizyklischen Antidepressivum, kann insbesondere in der Anfangsphase der Behandlung mit einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken und suizidales Verhalten verbunden sein. Dies hängt eng mit der antriebssteigernden Wirkung zusammen.
Zusammenhang zwischen Antriebssteigerung und Suizidalität
- Zeitverzögerte Wirkung: Antidepressiva wie Anafranil wirken stimmungsaufhellend oft erst nach ein bis zwei Wochen oder später.
- Antriebssteigerung vor Stimmungsaufhellung: Der Antrieb (die Energie, Dinge zu tun) kann schneller ansteigen als die Verbesserung der Stimmung.
- Gefährliche Lücke: Wenn ein depressiver Patient wieder mehr Energie hat (Antrieb), aber noch immer tief deprimiert ist, kann er suizidale Impulse eher in die Tat umsetzen.
- Anfangsphase: Die ersten ein bis zwei Monate der Behandlung gelten als besonders kritisch, da in dieser Zeit das Risiko für suizidale Ereignisse steigen kann.
Weiterführende Informationen: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte